JazzBaltica lebt! – 20. Ausgabe des internationalen Jazzfestes ein voller Erfolg

Heute, am Sonntag, 4. Juli geht JazzBaltica 2010 mit der letzten SessionNight, die noch bis in die frühen Morgenstunden andauern wird, nach 16 Konzerten, 3 Sessions und 2 Open-Air-Acts erfolgreich zu Ende. Rund 7.500 Besucher besuchten die Konzerte in Husum, Kiel und Salzau und feierten – unter anderem beim rund 22 Stunden langen, kostenlosen Rahmenprogramm – das 20. Jubiläum des renommierten Jazzfestes.

»JazzBaltica strahlte in einem Jubiläumsglanz, der das Wetter sogar noch übertraf. Es war ein Jazzfest wie es schöner nicht sein konnte – mit großartigen Konzerten, unvergesslichen Momenten, mit einem Publikum für dessen Begeisterung es keine Worte gibt. JazzBaltica lebt, das haben wir an diesem Wochenende eindrucksvoll gezeigt«, freute sich Rainer Haarmann, Gründervater und künstlerischer Leiter von JazzBaltica.

Zwei besondere Künstlerpersönlichkeiten prägten das Jubiläumsjahr von JazzBaltica als Artists in Residence: Nils Landgren, der JazzBaltica-Geschichte geschrieben hat, und Michael Wollny, eines der bedeutendsten Talente des neuen deutschen Jazz. Höhepunkte der Artists in Residence-Konzerte waren sicherlich die DanceNight am Freitagabend, bei dem die NDR Bigband und die Nils Landgren Funk Unit gemeinsam mit dem begeisterten Publikum rockten und das äußerst kommunikative und interaktive Duo-Spiel von Landgren und Wollny.

Zahlreiche Wiederbegegnungen mit langjährigen Begleitern des Festivals zeigten eindrücklich, dass JazzBaltica auch in seinem Jubiläumsjahr immer noch ein Labor des Jazz ist, wo es gewaltig brodelt und dampft und wo wichtige Impulse gesetzt werden. So formierte sich das JazzBaltica Ensemble, von Anbeginn fester Bestandteil des Festivals und ein experimentierfreudiger Zusammenschluss junger Musiker, in diesem Jahr zu einem besonderen Jubiläumsensemble. Unter der Leitung von Martin Wind trat es gemeinsam mit Gästen wie Donny McCaslin, Nils Wülker und Øyvind Brække auf. Jazzlegende Dave Holland, der erstmals seit seiner Residency 2003 nach Salzau zurückkehrte, verwirklichte mit dem Flamenco-Gittaristen Pepe Habichuela ein spannendes Flamenco-Projekt, das musikalische und stilistische Grenzen überschritt. Eindrucksvoll auch seine dem Andenken des jüngst verstorbenen Hank Jones gewidmete Begegnung mit McCoy Tyner, dem Pianisten des legendären John Coltrane Quartets. Ein Abend voller Spielfreude: das Konzert des Saxophonisten Charles Lloyd, der übrigens der erste Stargast bei JazzBaltica 1990 war.

Die junge Altsaxophonistin Charlotte Greve erhielt den mit 3.000 Euro dotierten, von der Investitionsbank Schleswig-Holstein zum dritten Mal gestifteten JazzBaltica Förderpreis.